Stöckchen- Spiel???

05.12.2014 13:22

Do., 04.12.2014
SC Nienberge: Bouncer-Ball

Wie Hockey, Fußball und Tennis zusammen: Bouncer-Ball ist eine enorm schnelle Sportart, die in Mixed-Besetzung gespielt werden kann. Der SC Nienberge (kl. Foto) ist mit vier Titeln das Nonplusultra der Szene in Deutschland.
Wie Hockey, Fußball und Tennis zusammen: Bouncer-Ball ist eine enorm schnelle Sportart, die in Mixed-Besetzung gespielt werden kann. Der SC Nienberge (kl. Foto) ist mit vier Titeln das Nonplusultra der Szene in Deutschland. Foto: Jürgen Peperhowe
Münster -
Neue Trendsportarten gibt es viele, ob „Stand-up-Paddling“ oder Tischtennis per Kopf („Headis“) – es gibt zahlreiche aufkeimende Neulinge in der großen Sportwelt. In Münster dominiert der SC Nienberge eine dieser neuen Sportarten: Bouncer-Ball. Noch nie gehört? Vielleicht unter einer anderen Bezeichnung, denn die Sportart wird auch Speed-Ball oder im Süden Deutschlands „Stöckchen-Spiel“ genannt.

Von Linus Kurtenbach

Der SC Nienberge ist seit Gründung der Deutschen Bouncer-Ball-Liga (2011) mit dabei und unangefochtene Nummer eins (vier Meistertitel). Spieler-Trainer Philipp Voß vom SC Nienberge erinnert sich noch genau an die Anfänge: „Wir haben die Sportart erst unter dem Namen Speed-Ball ausgeübt, später haben wir entdeckt, dass es noch andere Bezeichnungen gibt. Daraufhin haben wir uns zum Spielbetrieb angemeldet – dass genau in diesem Jahr die Bouncer-Ball-Liga gegründet wurde, war reiner Zufall“, so der Coach.

Die schnelle Ballsportart wird mit Q-tip-ähnlichen Styroporschlägern auf einem Handballfeld gespielt. Jeweils fünf Feld-Spieler pro Mannschaft versuchen, den Plastikball am gegnerischen Torwart vorbeizubefördern. Genauer gesagt: Bouncer-Ball ist ein Mix aus Hockey, Fußball und Tennis. Anders als beim Hockey sind hier Überkopfbälle erlaubt und keine Seltenheit, was die Sportart nicht immer ganz ungefährlich macht. „Es kommt oft vor, dass man mit blauen Flecken aus einem Spiel geht – es ist eine sehr körperliche Sportart, da kriegt man auch schon einmal den Ball ins Gesicht“, spricht Voß aus Erfahrung. Nach zehn bis zwölf intensiven Minuten ist eine Bouncer-Ball-Begegnung in der Regel vorbei, die Energie-Speicher vorerst aufgebraucht. Grobe Fouls wie z.B. Trikot halten oder zu hartes Einsteigen werden genauso geahndet wie Hand-oder Fuß-Zuspiele – ein Mix eben, auch in der Regelauslegung. Ein besonderes Kriterium gibt es bei Meisterschafts-Turnieren und eingetragenen Wettkämpfen: Mannschaften mit weiblicher Beteiligung bekommen einen Vorteil zugesprochen – geht ein Spiel Unentschieden aus, bekommt das Team mit Frauen-Beteiligung einen Sieg angerechnet. Gerade diese Regelung soll dafür sorgen, den „Mixed-Charakter“ der Sportart beizubehalten und die Frauenquote zu erhöhen. In Deutschland gibt es derzeit 14 Mannschaften, die an Bouncer-Ball-Turnieren teilnehmen.

Wieso ausgerechnet der SC Nienberge in den letzten vier Jahren so erfolgreich war, kann sich Philipp Voß nur so erklären: „Wir spielen einfach unser Spiel, versuchen eigene Spielzüge zu kreieren und eben nicht nur den Ball nach vorne zu preschen.“ Klar sei aber auch, dass die Konkurrenz in den letzten zwei Jahren aufgeholt habe. Den letzten Meistertitel habe man sich im Gegensatz zu den vorherigen Jahren viel härter erkämpfen müssen. Die Konkurrenz schläft auch in der noch jungen Bouncer-Ball-Historie nicht. Im nächsten Jahr geht es dann um die fünfte Titelverteidigung in Serie.

Westfälische Nachrichten Linus Kurtenbach, Bild Peperhove vom 05.12.14

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