Es gibt keinen Sieger

07.09.2012 18:35

Integrative Aikido-Sportgruppe startet in die neue Saison.

"Schau mal, der eine Gürtel muss den anderen tragen", erklärt Aikido-Trainer Norbert Freyer seinem jungen Schüler den komplizierten Knoten des Aikidogürtels. "Danke, jetzt weiß ich wieder, wie das geht", lautet die strahlende Antwort des Jungen.
Genauso freundlich geht es bei jedem Training der Aikidogruppe des SC Nienberge zu. Rund 15 sportbegeisterte Kinder treffen sich wöchentlich, um die geheimnisvolle Kampfkunst zu erlernen.

Das Besondere: Es handelt sich um eine integrative Gruppe, in der auch Kinder mit einer Behinderung die Chance haben zu zeigen, was sie können. "Das Besondere am Aikido ist, dass es sich dabei im Vergleich zu anderen Kampfsportarten wie Judo um eine friedliche Tätigkeit handelt", erläutert Freyer. Dabei komme es auf den respektvollen Umgang miteinander sowie die Selbstverteidigung und nicht auf das aktive Besiegen des Gegners an.

"Dass der Sport auch für Menschen mit Behinderung gut geeignet ist, zeigt sich darin, dass sich die Kinder mit der Zeit stark verändern", erzählt der Übungsleiter, der den Aikidostil "Aikido-Aikikai" selbst schon seit 30 Jahren betreibt.

Nach und nach verbessern die Nachwuchssportler wichtige Fähigkeiten wie beispielsweise das Gleichgewicht und die Körperbeherrschung. Da beim Aikido kein Konkurrenzdenken erwünscht ist, kommt es schnell zu einem harmonischen Miteinander. Dabei macht es keinen Unterschied, ob behindert oder nicht, groß oder klein, jung oder alt, Anfänger oder Fortgeschrittener. "In einer Aikidogruppe sollten nach Möglichkeit Neulinge und erfahrene Kämpfer gemeinsam trainieren", so Norbert Freyer.

 

"Es ist im Sinn der Sportart, dass man sich gegenseitig hilft und Neue können schnell integriert werden", sagt Freyer, der sich bereits seit mehreren Jahren für das integrative Kinder- und Jugendtraining begeistert. Dabei merke man, wie der alltägliche Schulstress verschwinde und Selbstständigkeit, Ruhe und Aufmerksamkeit zunähmen.

"Dadurch, dass den Kindern immer wieder neue Herausforderungen geboten werden, nimmt das Selbstbewusstsein enorm zu", fügt der Trainer hinzu. Alle Kinder und Jugendlichen ab 7 Jahren, die Lust haben, den speziellen Kampfstil näher kennenzulernen, sind zu einer Schnupperstunde immer dienstags um 16.00 Uhr in der Sporthall der Grundschule Nienberge eingeladen.


Text: fre
Eintrag: WB

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